Gedenktag 8. Mai - Veranstaltungsprogramm 2022

 

 

Liebe Gelsenkirchenerinnen, liebe Gelsenkirchener,
am 15. Mai 2022 findet die Wahl zum 18. Landtag von Nordrhein-Westfalen statt. Neben vielen demokratischen Parteien treten zu dieser Wahl leider auch einige populistische bzw. offen extremistische Gruppierungen an.
Sie stehen für Hass und Intoleranz gegenüber Menschen, die andere Meinungen vertreten, die eine andere Hautfarbe haben oder anderer Herkunft sind.
Sie hetzen gegen Minderheiten, denen sie die Verantwortung für vermeintliche Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft zuschieben.
Sie verbreiten Unwahrheiten, Lügen und haltlose Verschwörungserzählungen.
Sie machen aus ihrer Verachtung für die Werte unseres Grundgesetzes und für unsere freiheitlich-demokratische Ordnung kein Geheimnis.
Daher werden diese Parteien bzw. einige ihrer Vertreterinnen und Vertreter mittlerweile auch von den Verfassungsschutzorganen beobachtet.
Die Demokratische Initiative ruft alle Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger auf, ihr Wahlrecht zu nutzen und am 15. Mai für demokratische Parteien zu stimmen.
Wir Gelsenkirchener Demokratinnen und Demokraten bekennen uns zu Toleranz und Zivilcourage!
Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen für ein vielfältiges und friedliches Gelsenkirchen!
Keine Stimme für rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien!
Wählen Sie Freiheit und Demokratie!

Aufruf zur Landtagswahl am 15.05.2022.pdf

 

 

Demokratische Initiative Gelsenkirchen 2022 Wochen gegen Rassismus

DI-Wochen-gegen-Rassismus-ePaper-2022-03.pdf

 

 

"Wir stehen an der Seite der Jüdischen Gemeinde!"

Demokratische Initiative verurteilt antisemitische äußerungen

Die Demokratische Initiative (DI) Gelsenkirchen - ein breites überparteiliches Bündnis von 23 Organisationen, Parteien, Jugend- und Wohlfahrtsverbänden in der Stadt unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Karin Welge - verurteilt auf das Schärfste die antisemitischen Äußerungen und Handlungen, die in den vergangenen Tagen, unter anderem auch während einer Demonstration an der Gelsenkirchener Synagoge zu hören und zu sehen waren.

Parolen, wie sie am vergangenen Mittwoch an der Synagoge zu hören waren, haben mit Kritik an israelischer Politik nichts zu tun - es handelt sich um puren Judenhass und puren Antisemitismus. Die Demokratische Initiative bedauert es zutiefst, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger angesichts solch hasserfüllter Äußerungen in unserer Stadt in Angst und Sorge leben müssen.

Die in der Demokratischen Initiative zusammengeschlossenen Organisationen eint die Auffassung, dass jede Art von Antisemitismus und Rassismus ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt. Menschenverachtende Parolen und Aufrufe zu Gewalt sind unter keinen Umständen zu dulden.

Wir stellen uns solidarisch an die Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Die DI wird auch in Zukunft alles Erdenkliche tun, um jeglicher Form von Antisemitismus entgegenzuwirken. Dabei ist jedoch die Unterstützung der Bevölkerung unabdingbar.

Die Demokratische Initiative ruft daher die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener dazu auf, sich von pauschalen Diffamierungen, antisemitischen und rassistischen Tendenzen in aller Entschlossenheit entgegenzustellen. In Gelsenkirchen ist Platz für alle Religionen, alle Ethnien, alle Menschen - nicht aber für die, die andere herabwürdigen, bedrohen oder gar angreifen!

 

 

Demokratische Initiative Gelsenkirchen 2021 Wochen gegen Rassismus

DI-2021-Wochen-gegen-Rassismus.pdf

 

 

Norbert Labatzki - Konzert gegen Rassismus und Antisemitismus 2021

 

 

WDR Mediathek Gedenken an die Novemberpogrome am 9. November 2020
www1.wdr.de

YouTube Gedenken an die Novemberpogrome am 9. November 2020

"Viele Veranstaltungen mussten und müssen in diesem November ausfallen. Das Gedenken am 9. November aber, das war uns sehr rasch klar, das darf nicht ausfallen. Nicht in diesem Herbst. Nicht bei dieser Stimmungslage!", so Oberbürgermeisterin Karin Welge in ihrer Gedenkrede zum 9. November. Entgegen ursprünglicher Planungen hatte die Demokratische Initiative angesichts der sich weiter verschärfenden Corona-Pandemie in diesem Jahr keine öffentliche Kundgebung zum Gedenken an die Pogrome in der sogenannten Reichskristallnacht durchgeführt. Stattdessen wurde die Veranstaltung im engsten Kreis auf den Nachmittag vorgezogen und vor der Neuen Synagoge aufgezeichnet. Zum eigentlichen Termin um 18:30 Uhr stand das Gedenken als Videomittschnitt allen Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern auf den Social-Media-Kanälen und der Homepage der Stadt zur Verfügung.

Die Demokratische Initiative hatte zudem angeregt, dass zeitgleich möglichst viele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener als Symbol des Erinnerns und Gedenkens ein Licht in ein einer Straße zugewandtes Fenster stellen. Rabbi Chaim Kornblum sagte zu Beginn das Kaddisch (Gebet der Trauernden). Nach einem Musikbeitrag erinnerte Karin Welge, Oberbürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen und Schirmherrin der Demokratischen Initiative, an die Ereignisse und die Opfer des Pogroms vom 9. November 1938. Welge: "Der 9. November macht uns deutlich: Wir müssen Verantwortung übernehmen und Gesicht zeigen, heute und in Zukunft - gegen Antisemitismus und Rassismus, gegen Stammesdenken, Diskriminierung und Gewalt. Und wir müssen einstehen, jeden Tag neu, für ein gewaltloses und friedfertiges Miteinander, für Respekt, für eine gute Diskussionskultur - kurz: für unsere Demokratie!" Die Oberbürgermeisterin schloss mit den Worten: "Diese Aufgabe wird uns lange begleiten. Sie ist kein Selbstläufer, eine rasche Lösung wird es nicht geben. Aber ich weiß: Obwohl wir heute hier vor der Neuen Synagoge nur in einem sehr kleinen Kreis zusammenkommen, werden sich sehr viele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchen daran beteiligen - und nicht nur Menschen aus unserer Stadt. Und dafür, für Ihren Einsatz und für Ihre Haltung, danke ich Ihnen sehr herzlich!" Die Veranstaltung endete nach einem Moment der Stille mit dem Moorsoldatenlied.

Seit 1964 gedenken die Menschen in Gelsenkirchen jedes Jahr am 9. November der Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung im Jahr 1938. Seit 1933 waren jüdische Deutsche durch zahlreiche antisemitische übergriffe bedroht und an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden. Die Novemberpogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November waren der vorläufige Höhepunkt dieser andauernden Hetze. Was die Nationalsozialisten zynisch "Reichskristallnacht" nannten, war ein Schlüsselereignis der Gewalt- und Verbrechensgeschichte des "Dritten Reiches" beteiligen . Die Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938 steht für die Entschlossenheit, solche Entwicklungen entschlossen zu bekämpfen. Die Demokratische Initiative hofft, im November 2021 wieder zur Ursprungsform von Gedenkzug und Kundgebung zurückkehren zu können. Sie ruft alle Menschen in Gelsenkirchen auf, jeder Form von Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt entschieden entgegenzutreten.